Unser Kinderheim


 Das Kinderheim, von den Kindern liebevoll "Shishu" genannt, entstand 1983 aus der medizinischen Arbeit des Arztehepaares Mundhra. Sie  wollten die schwerstkranken Kinder der von ihnen betreuten Elendsviertel einer sicheren Zukunft zuführen und richteten ein Heim ein, dem sie den Charakter einer Großfamilie gaben.

Gegen 2010 wurde eindeutig, dass das ursprüngliche Gebäude für die Anzahl der Kinder zu klein geworden war, und so waren alle hocherfreut, als sich 2012 die Gelegenheit bot, ein geeignetes Grundstück zum Bau eines neuen Heims in der Nähe der Shishu Mandir Schule zu erwerben. Im April 2013 erfolgte der ersehnte Umzug.

Zu jeder Zeit befinden sich ca. 30 Kinder im Heim im Alter von ein paar Tagen bis zu 25 Jahren.

 

Ausbildung der Kinder
 
 Alle Kinder - ob sie bei uns aufwachsen oder nur vorübergehend bei uns leben, da sie zur Adoption anstehen - gehen in unsere eigene Shishu-Mandir-Schule, sobald sie das schulpflichtige Alter erreicht haben. Anschließend besuchen sie Colleges oder andere Ausbildungsstätten, und seit 2008 unser eigenes Ausbildungszentrum, je nach ihren Talenten und Begabungen.

Unsere Kinder werden entsprechend ihren Veranlagungen gefördert. Viele bringen auf Grund ihrer frühkindlichen Erfahrungen nicht viel Lernfähigkeit mit. Bei ihnen ist es umso erfreulicher, wenn sich ein Talent wie Tanzen, Malen, Stricken, Sticken und dergleichen erkennen lässt. Damit ernten sie einerseits Anerkennung und lernen, ihr fehlendes Selbstwertgefühl zu verbessern.

Natürlich haben wir auch Kinder, deren frühkindliche Phase von derart traumatischen Erlebnissen überschattet ist, dass sie ein bleibendes Fehlverhalten zeigen. Diese Kinder werden professionell betreut und besonders gefördert.


  Organisation des Heimes

 
 Die Leitung der Kinder liegt in der Hand einer Gruppe von Verantwortlichen: den Hausmüttern, der Heimleiterin und dem Projektleiter, Herrn Anand. Bei Problemfällen wird der deutsche Förderverein und die Gründerin, Hella Mundhra, zur Beratung eingeschaltet.

Um den Charakter der Großfamilie zu unterstreichen,  wohnen jeweils 8 Kinder mit einer Hausmutter in einer Wohneinheit. In diesen gibt es jeweils einen Gemeinschaftsraum, wo auch die Schularbeiten beaufsichtigt werden, 3 Schlafräume sowie zwei Duschen und zwei Toiletten. Einer der Schlafräume wird von der Hausmutter bewohnt, sie ist also in unmittelbarer Nähe zu den Kindern. Es gibt vier dieser Wohneinheiten, die auf einen Innenhof hinausgehen, der gleichzeitig Spielplatz für die Kleinen ist. In dreien dieser Einheiten wohnen jeweils eine "Familie" und in der vierten sind die Säuglinge, das Babynest, untergebracht.

Gegessen wird immer gemeinsam im großen Essraum.

In allen anfallenden Aufgaben werden die Hausmütter von Praktikantinnen unterstützt.


 
Echter Familienersatz
 
 Das wichtigste Merkmal des Shishus besteht darin, ein echter Familienersatz zu sein. Die Kinder werden liebevoll von Hausmüttern umsorgt, zur Selbstständigkeit erzogen und erst nach einer abgeschlossenen Ausbildung, wenn sie auf eigenen Füßen stehen können, ins Erwachsenleben entlassen.  Die Sicherheit und Geborgenheit, die sie in ihren eigenen Familien schmerzlich vermissen mussten, erfahren sie im Shishu. Daher ist bei schweren Konfliktsituationen, auch nach dem Verlassen des Heimes, eine Rückkehr vorübergehend möglich.

 

Erste Hochzeiten
 
 Seit einigen Jahren sind unsere Ältesten ins heiratsfähige Alter gekommen. So fand im Januar 2003 die erste Hochzeit eines Shishu-Kindes, Tina, statt. Eine Zweite, Vijis, folgte im Januar 2008.  Die "Serie"  setzte sich fort mit Swami, der im Februar 2009 heiratete. Seine Hochzeit fand in unserer Schule statt und wurde von den Shishu-Kindern mit Liedern und tänzerischen Darbietungen verschönt. Nach einer kleinen Pause gab es dann im Januar 2017 gleich zwei Hochzeiten, zuerst die von Savitha, und kurz darauf folgte die von Divya.

 

Adoption
 
 Häufig werden Säuglinge oder auch größerere Kinder im Shishu zur Adoption abgegeben, da das Heim seit 1991 die Lizenz der indischen Regierung zur Adoptionsvermittlung besitzt.

Diese Kinder finden immer häufiger adoptionswillige Eltern in Indien, so dass nur ein sehr kleiner Teil zur Auslandsvermittlung bleibt.

 

Das Mädchen Geetha

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